Hallo Rüdiger,
es freut mich sehr auch Deine Meinung zu dem Thema lesen.
Du erlaubst, daß man das als Zahlenmystiker ein klein wenig anders sieht?

Selbstverständlich! Das ist doch gerade das interessante, dass wir alle - aufgrund der ganz individuellen Erfahrungen - zu unterschiedlichen Sichtweisen und Schlussfolgerungen kommen ... und diese dann auch miteinander vergleichen und austauschen können.
Gerade was das Tarot angeht, so scheint es mir manchmal als wenn wir es damit wie mit einem richtig grossen Berg zu tun haben (bedeutungsmässig) ... und jeder, der sich damit näher auseinandersetzt, einem Bergsteiger ähnelt, der versucht diesen Berg zu erklimmen. Da wir aber alle aus verschiedenen Richtungen kommen (Erfahrungshintergrund) stellt sich die Silhoutte des Berges für jeden etwas anders da ... und das macht es wohl manchmal so schwierig die unterschiedlichen Eindrücke zu vergleichen. Trotzdem gehe ich davon aus, dass dieser Berg aus jeder Richtung kommend erklommen werden kann.
Deshalb würde mich Deine Sichtweise betreffend der Zahlenmystik sehr interessieren. Magst Du etwas darüber zu erzählen ... oder gibt es vielleicht einen älteren Beitrag, der davon handelt?
Spannend wird die Reihefolge erst, wenn man sie mit anderen "Systemen"
verknüpft ... eben der Kabbala.
...und der Astrologie und den Runen und und und...
Mal abgesehen davon, daß solche Verknüpfungen immer auch ein klein wenig die Gefahr eines "Glaubenskrieges" in sich bergen, kommt es mir immer ein wenig so vor, als würde man Sprachforschung betreiben, in dem man einzelne Worte der einen Sprache mit denen einer anderen Sprache vergleicht, anstatt dannach zu forschen, welche (An)Triebe die jeweiligen Völker dazu bewegt haben, ihre Sprache in die jeweils eigene Richtung zu entwickeln (also die Unterschiede der Sprachen herauszuarbeiten) und welches Bedürfnis sie dazu bewegt hat, überhaupt irgendeine Sprache zu entwickeln (also die alle(!) Sprachen gemeinsamen Komponenten zu suchen).
Gerade bei Symbol(!)-Sprachen dürfte das interessant sein, meine ich...
Stimmt, da wir alle dazu neigen, unsere eigene Schlüsse für allgemeinverbindlich zu betrachten, sind in solchen Diskussionen unheimlich schnell "Glaubenskriege" möglich. Ganz schön schwierig ... ich bewundere immer diejenigen, denen es tatsächlich gelingt selbst in solchen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren.
Was die Sprachwurzeln angeht, so wäre das mit Sicherheit ein hochspannendes Themengebiet - allerdings muss ich da passen, weil ich mich dort viel zu wenig auskenne und nur mutmaßen könnte. Nur eines kann ich dazu ergänzen: Dass das hebräische Symbolalphabet keine natürlich entstandenes ist, sondern absichtlich entworfen wurde. Zwar gibt es auch einige Hinweise, die möglicherweise auf den Einfluss der chinesischen Symbolschrift hindeuten, aber das ist sehr vage und ist dementsprechend eher als Spekulation anzusehen.
es war doch Waite (oder sein ihn beeinflussendes Umfeld), der die ursprüngliche Reihenfolge durch Vertauschung geändert hat, oder?
Crowley war doch der, der zur ursprünglichen Reihenfolge zurückkehrte bzw. die Vertauschung von Waite ignorierte.
Welche der verschiedenen urspünglichen Reihenfolgen meinst Du?
Was ansonsten die Sache mit Waite und dem GD angeht, so stimme ich Dir, @Kirsten, zu: Ganz so einfach ist es wahrscheinlich doch nicht.
Das Problem ist nur, dass man eigentlich selbst dabei gewesen sein müsste, um wirklich beurteilen zu können, was da tatsächlich gewesen ist. Ich selbst war es nicht, also bleibt mir in dieser Hinsicht leider nichts anderes übrig, als Mutmassungen darüber anzustellen.
Mein Eindruck ist aber auch, dass Waite durchaus gewissenhaft versuchte das Tarot aus dem Kollektiven ... zu rekonstruieren. Und das hat er m.E. auch sehr gut gemacht. Trotzdem sollte man aber auch darauf hinweisen, dass er gleichfalls spezielle persönliche Ergänzungen vorgenommen hat, über deren "Wert" man durchaus geteilter Meinung sein darf.
Herzliche Grüsse
Merkur