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Beraterethik

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Asmodis
Engagiertes Mitglied
Registriert seit: 18.10.2006
Beiträge: 200
03.11.2006, 12:02:21
Zitat:
ich verstehe noch immer nicht ganz, was das ganze mit Pädagogen zu tun hat?


Vergiss es... Hab mich da nur kürzlich über einen aufgeregt. Das kam wohl irgendwie durch, LOL...
In dem Moment, in dem man beginnt, jemandem zu folgen, hört man auf, der Wahrheit zu folgen. Sei Dir selbst ein Licht (Jiddu Krishnamurti)
Tanja
Interessiertes Mitglied
Registriert seit: 29.03.2007
Beiträge: 48
30.03.2007, 09:14:41
Der Thread ist ja nun schon älter und ich weiß nicht, inwieweit er vielleicht als abgeschlossen gilt und die gesammelten Regeln bereits gedruckt werden oder so, dennoch möchte ich gern meine Ansichten zu diesem Leitfaden kundtun.

Zitat:
Die Werbung seriöser BeraterInnen bleibt unaufdringlich und vermeidet suggestive Anspielungen auf mögliche Probleme des Beworbenen.


Dem stimme ich schonmal zu, allerdings würde ich den Satz umformulieren. Das Thema ist zu wichtig, als dass man kompliziertere Sätze verwenden sollte, und aus objektiver Sicht gehört dieser Satz zu den schwierigeren. Wie beim Webdesign und in anderen Bereichen sollte Barrierefreiheit doch gerade auch für Hilfsmittel wie Leitfäden gelten, und dazu zählt auch: leichte Sprache, kurze Sätze, so wenige Fremdworte wie möglich.

Zitat:

• Seriöse BeraterInnen sind jederzeit bereit und in der Lage, die Art und Hintergründe, sowie Sinn und Zweck Ihrer Handlung während einer Beratung zu erklären.


Hier verstehe ich persönlich zwar den Satz selbst, aber nicht wirklich, was er mir sagen will verwirrt

Zitat:

• Die Preisbildung seriöser BeraterInnen orientiert sich allein an deren Ausbildung, Fachwissen und Erfahrung.


Wurde bereits angesprochen, möchte auch ich kritisieren. Es sollte ja um einen konkreten und gegenwärtigen Leitfaden gehen und nicht um den Wunsch möglicherweise zukünftig gegebener Standards, oder? Hier derselbe Kritikpunkt: nicht messbar. Jemand kann ganze Bücher auswendig lernen und zig Kurse besuchen und ist dennoch nicht in der Lage, vernünftige Aussagen aus den Karten zu holen. Jemand anderes hat vielleicht keine Kurse besucht und keine Bücher gelesen, kann dennoch intuitiv und autodidaktisch erworben seriöse Beratungen durchführen. Ich finde, hier findet eine Bewertung statt, die nicht wirklich zulässig ist, zumal keine Messwerte (Gebührenordnung o.ä.) gegeben sind.

Zitat:
• Seriöse BeraterInnen laden zu einer Beratung ein und wissen, dass eine ausgeschlagene Einladung keine negative Auswirkung hat – weder für den Berater noch für den/die Eingeladenen.


Menschen, die sich nicht wer weiß wie intensiv mit spirituellen / esoterischen Beratungen beschäftigen (und gerade an solche richtet sich ja primär der Leitfaden, oder?), dürften auch hier evtl. Verständnisschwierigkeiten haben. Umformulierung mit Beispiel ("Strafe des Universums") wäre sinnvoll in meinen Augen.

Zitat:

• Seriöse BeraterInnen sind meist auch seriös gekleidet und können auf klischeehaftes Ambiente verzichten.


Stört mich enorm. Wie schon angesprochen liegt das im Auge des Betrachters, zum nächsten findet hier eine deutliche Wertung von Beratern statt, die bei Kunden ja schließlich auch nicht gewünscht ist. Seriöse Kleidung ist eine sehr subjektive Bezeichnung. Weiterhin würde das bedeuten, dass von Beratungen auf Mittelaltermärkten, privaten Festen etc. grundsätzlich Abstand zu nehmen ist, da hier Ambiente vorherrscht. Das würde dann aber zugleich implizieren, dass Berater, die sich darauf "einlassen", auch im Alltag unseriös sind. Weiterhin wertet dieser Punkt Berater ab, die nicht allein mit Karten arbeiten, sondern vielleicht auch wirklich mit Kristallkugeln, Räucherstäbchen etc. - und ich denke nicht, dass man dort alle über einen Kamm scheren kann. ^^

Zitat:

• Informationen über seriöse BeraterInnen sind meist über öffentlich zugängliche Medien wie Internet, ausliegende Flyer/Prospekte und/oder Anzeigen zu erhalten.


Ja, meist - aber nicht immer, und darum würde ich diesen Punkt streichen. Manch einer wartet vielleicht schon seit Wochen oder Monaten auf die Fertigstellung seiner Webseite, weil er das selbst nicht leisten kann o.ä. - finde ich nicht so tragisch wie andere Punkte des Leitfadens, aber im Ansatz schon nicht ganz so gut.

Zitat:

• Seriöse BeraterInnen haben auch einen Festnetzanschluss und eine Adresse/Postanschrift.


Wurde bereits angesprochen, dass dieser Punkt missverständlich ist. Das beinhaltet nicht, dass alle Daten auch zugänglich sein müssen (es sei denn, man legt die Bewertung von Beraterwebseiten zugrunde, was ja ein ganz anderer Aspekt wäre) und auch nicht, dass mit diesem Punkt zumindest Anbieterdaten gemeint sind. In letzterem Fall ist auch kein Qualitätsmerkmal mehr auszumachen, denn jeder Berater auf jeder noch so kleinen oder großen Line könnte diesen Aspekt dann für sich ins Feld führen.

Zitat:
• Sie können die zu Beratenden auffangen, wenn diese durch Aussagen sehr betroffen sind. Sie betonen Lösungen, nicht Sackgassen. Sie halten eigene Probleme außen vor.


Hier bin ich unsicher. Halte ich für einen sehr wichtigen Punkt und sogar für unabdingbar, allerdings ist dieser Punkt nur zulässig innerhalb gewisser Grenzen, die hier nicht deutlich werden, ansonsten ist einfach kaum ein Berater auch Heilpraktiker, Arzt, Rhetoriker, Psychologe oder Psychotherapeut ... nicht umsonst finden in diesem Punkt ja auch Abgrenzungen statt (oder sollten zumindest ... DAS fänd ich einen wichtigen Punkt übrigens, der nicht klar auftaucht!).

Insgesamt denke ich, dass so ein Leitfaden so knapp und verständlich wie möglich formuliert sein sollte.

Warum mich so manches besonders stört:
Letztens noch las ich den Leitfaden einer Schule für Geistheilung für Geistheiler und Reiki-Anwender. Dort wurden unter anderem gute körperliche Verfassung, durchtrainierte Muskulatur und regelmäßiges körperliches Training genannt. Diese Punkte sind mir sogleich ins Gesicht gesprungen und ich fand die unmöglich. Wer also zu wenig oder zuviel wiegt, keine sichtbare Muskulatur vorzuweisen hat und nicht ins Fitness-Studio flitzt, der ist als Geistheiler sowie als Reiki-Gebender also schonmal unseriös ... aha ...
Ich denke einfach, dass man wirklich vorsichtig damit sein sollte, was man in solche Listen aufnimmt. Auch hier sollte gelten, dass man die eigene Person und deren Wahrnehmung weitmöglich außen vor lässt und sich auf wirklich allgemeingültige Punkte stützt - die sind dann auch überschaubarer und leichter zu merken für die Ratsuchenden. zwinkern
Samenkorn
Engagiertes Mitglied
Registriert seit: 23.03.2007
Beiträge: 325
31.03.2007, 11:35:05
Hallo Tanja, hallo @ all,
Mit Interesse habe ich die Ethik-Beiträge gelesen.

Genau so, wie Dir gewisse Punkte ins Gesicht gesprungen sind, ist mir Dein folgendes Zitat ins Auge gesprungen: geschockt

Zitat:
Letztens noch las ich den Leitfaden einer Schule für Geistheilung für Geistheiler und Reiki-Anwender. Dort wurden unter anderem gute körperliche Verfassung, durchtrainierte Muskulatur und regelmässiges körperliches Training genannt. Diese Punkte sind mir sogleich ins Gesicht gesprungen und ich fand die unmöglich. Wer also zu wenig oder zuviel wiegt, keine sichtbare Muskulatur vorzuweisen hat und nicht ins Fitness-Studio flitzt, der ist als Geistheiler sowie als Reiki-Gebender also schon mal unseriös ... aha ...


Ich finde wie Du, dass solche Punkte mit Ethik überhaubt nichts zu tun haben. stocksauer Da ich praktizierende "Reikianerin" bin, trifft es mich natürlich doppelt, Reiki in diesem Zusammenhang zu sehen.

Dazu kann ich nur sagen: wo gibt es keine "schwarzen Schafe?"
Kirsten
Engagiertes Mitglied
Registriert seit: 28.04.2006
Beiträge: 680
13.04.2007, 08:06:27
Zitat von Tanja:
Der Thread ist ja nun schon älter und ich weiß nicht, inwieweit er vielleicht als abgeschlossen gilt und die gesammelten Regeln bereits gedruckt werden oder so, dennoch möchte ich gern meine Ansichten zu diesem Leitfaden kundtun.


Liebe Tanja,

ich bin heute extra was früher aufgestanden, um deine Beiträge hier zu studieren. Find ich super - und alles hier ist work in progress. Komme allerdings in den nächsten Tagen noch nicht zum antworten. Vielleicht kannst du dir denken, warum zwinkern

Mail später und bis ganz bald.
Kirsten
Morgaine
Mitglied
Registriert seit: 27.10.2006
Beiträge: 55
31.05.2007, 11:04:49
Dann werd ich zu diesem Work in Progress jetzt noch einen Aspekt hinzufügen.
Ist euch schonmal passiert, dass jemand sagt, Kartenlegen sei von Grund auf unmoralisch und zu verurteilen? Ich meine das eben nicht im Sinne des Vorwurfes, "Ich glaube nicht ans Kartenlegen, ihr nehmt den Leuten viel Geld ab für etwas, das nicht funktioniert!", sondern im Sinne von selbsternannten Radikalchristen im Bekanntenkreis, die sehr wohl daran glauben, dass Kartenlegen funktioniert, die aber meinen, als Kartenleger pfusche man dem lieben Gott ins Handwerk und verbündete sich mit, um es überspitzt zu sagen, "der dunklen Seite der Macht". Kurz, das Klischee vom Hollywood-Kartenleger, der grundsätzlich immer Tod und Teufel zieht und zwischendurch mal schnell im Hinterzimmer ein Huhn schlachtet.
Mit der Sorte von Bekannten, die (un)wissend lächeln und "Hokus Pokus" murmeln, kann ich gut umgehen, aber mit "Iiiih, da ist Magie im Spiel, Teufelszeug"? Hat man da argumentativ überhaupt eine Chance oder ist es besser, sich gleich auf den Standpunkt "Du hast recht, und ich hab meine Ruh'!" zu stellen?
"Stell dir zwei Räume vor, einer hell, einer dunkel, die durch eine Verbindungstür getrennt sind. Wenn du die Tür öffnest, wird immer das Licht von dem hellen in den dunklen Raum fließen, nicht umgekehrt." (Christopher Penczak)
Kirsten
Engagiertes Mitglied
Registriert seit: 28.04.2006
Beiträge: 680
31.05.2007, 21:12:06
Liebe Morgaine,

solche Menschen kenne ich gut: "Tarot ist eine Sekte!" ist ein Klassiker für mich.
Meine Erfahrung - bloß nicht argumentieren. Du machst es nur schlimmer. Sollen sie doch denken, was sie wollen und damit glücklich werden.

Herzliche Grüße
Kirsten
Lufthexe
Mitglied
Registriert seit: 26.01.2007
Beiträge: 123
31.05.2007, 21:42:19
geändert von: Lufthexe - 01.06.2007, 14:39:34
Hallo Ihrs,

jetzt mag ich doch auch noch was Beitragen. Zunächst kurz zu Tanjas Erzählung:

Zitat:
Letztens noch las ich den Leitfaden einer Schule für Geistheilung für Geistheiler und Reiki-Anwender. Dort wurden unter anderem gute körperliche Verfassung, durchtrainierte Muskulatur und regelmässiges körperliches Training genannt. Diese Punkte sind mir sogleich ins Gesicht gesprungen und ich fand die unmöglich. Wer also zu wenig oder zuviel wiegt, keine sichtbare Muskulatur vorzuweisen hat und nicht ins Fitness-Studio flitzt, der ist als Geistheiler sowie als Reiki-Gebender also schon mal unseriös ... aha ...



Na wunderbar, dann bin ich also wohl eine der unseriösesten Reiki-Meisterinnen, die es gibt, denn ich bin Rollstuhlfahrerin und das weil durch einen Gendefekt meine Muskulatur extrem schwach ist. Das schränkt natürlich meine Fähigkeit als Reikigeber auf ein Minimum ein. stocksauer

Wer denkt sich sowas eigentlich aus? Achso!

Dann viel mir noch dies ins Auge:

Zitat:
- Fähigkeit, in der Sprache und den Bildern des Ratsuchenden zu sprechen


Zum einen muss ich Asmodis recht geben, ich bin Sozialpädagogin und ich weiß, dass viele damit ein Problem haben sich auf das sprahliche Niveau ihres Klienten einzulassen. Gleichzeitig muss ich aber betonen wie wichtig das ist, bzw. wie gut das einer Beratungssituation tut. Der Beratene fühlt sich viel besser aufgehoben und verstanden, wenn ich mich mit ihm in seiner "Sprache" unterhalten kann, sei diese nun eher gehoben, oder eher flappsig. Das heißt natürlich nicht, dass man sich total verstellen soll, das kommt auch nicht gut an im Gegenteil, aber in einem Gewissen Maße ist es sicher sinnvoll und angebracht.

Zitat:
• Seriöse BeraterInnen sind meist auch seriös gekleidet und können auf klischeehaftes Ambiente verzichten.


Diesen Punkt finde ich auch nich wirklich gut. Ich bin selbst Hexe und Heidin. Meine persönlichen Beratungen werden auf lange sicht wahrscheinlich in "meinem Zimmer" stattfinden und in Diesem steht zum Beispiel auch mein Altar und dort riecht es immer ein wenig nach Räucherstäbchen auch wenn nicht gerade aktuell eines brennt etc.
Genauso fand ich den Hinweis auch gut (ich weiß jetzt gerade nicht mehr von wem der kam), dass es ja auch durchaus seröse BeraterInnen gibt, die auch mit Runen oder gar der Kristallkugel etc. arbeiten.
Tja und zur Kleidung, was ist denn seriös? Bin ich unseriös gekleidet, weil ich gerne "Zigeuner-Röcke" (waren ja gerade wieder in Mode im letzten Sommer *freu* da konnte man sich schön eindecken) und entsprechende Oberteile trage? Muss die Kleidung hochgeschlossen (gell Kirsten zwinkern ) sein und mit der einer Bankkauffrau in der Cheffetage mithalten können? Kann ein Punk, Gothik, oder "Öko" kein seriöser Berater sein?
Nein also den Punkt finde ich nicht wirklich gut.

So das wars erstmal was mir eben im Lesemarathon durch diesen Threat aufgefallen ist. grinsen

Viele Liebe Grüße, Sande
___________________________________

aka. Sandra/Isinea

www.trivesca.de

Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandeln.
(Mahadma Gandhi) * GoVeggie.de ~ think-baby-think
colibri
Neues Mitglied
Registriert seit: 29.03.2008
Beiträge: 2
22.11.2008, 20:32:29
Hallo Kirsten,

denke, ein wichtiges Kriterium ist, dass der Berater klar eingrenzt, wo seine Stärken liegen. Niemand ist allwissend. Er sollte vielleicht auch erwähnen, was er mit seinen Beratungen gerne erreichen möchte und auch etwas über seine Vorgehensweise, Mittel sagen, damit sich der Ratsuchenden in etwa eine Vorstellung von der Art der Beratung machen kann.

Gut finde ich zum Beispiel auch das Angebot von Festpreisen und nicht nur Minutenpreisen.

Gruß - colibri
Kirsten
Engagiertes Mitglied
Registriert seit: 28.04.2006
Beiträge: 680
08.12.2008, 13:03:45
Liebe Colibri,

danke, dass du den Thread mal wieder aus der Versenkung geholt hast. Leider habe ich meine Forumsaktivitäten auf ein absolutes Minimum einschränken müssen. Dennoch möchte ich hier bei der Gelegenheit auf einen sehr spannenden Beitrag zum Thema von Mary K Greer hinweisen.

Cold Readings

Alles Liebe
Kirsten
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